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Hier können Sie den Tagungsflyer herunterladen.

 

Workshops

Bitte bei der Anmeldung die Nummer des gewünschten Workshops sowie die Art der Anreise angeben.

 

① «Psychiatrische Patientenverfügung - Unterstützung und Grenzen»

Anita Biedermann, lic. iur. Leiterin Recht  Pro Mente Sana
Renata Bleichenbacher, Peer-Dozentin St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd

Die Psychiatrische Patientenverfügung ermöglicht es psychisch beeinträchtigten Menschen, vorsorglich für Zeiten der Urteilsunfähigkeit Zustimmung oder Ablehnung zu psychiatrischen Behandlungen zu notieren oder Vertrauenspersonen zu benennen. Im Workshop wird auf rechtliche Fragestellungen eingegangen, aber auch auf den Fokus, wo Angehörige unterstützend wirken können und wo es klare Grenzen gibt.

  

② «Kreativ sein – längst vergessen? Wir experimentieren mit Klang und Farben. Herzlich willkommen bei den Kreativtherapien!»

Elisabeth Gross, Kunsttherapeutin St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd
Karin Hellemann, Musiktherapeutin St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd

Wie wichtig darf ich mich als Angehöriger eines psychisch erkrankten Menschen nehmen? Darf ich mir sogar erlauben, mich gut zu fühlen auch wenn es dem Betroffenen nicht gut geht? Diese und andere „unerhörte“ Fragen stehen im Mittelpunkt, wenn Sie ganz ohne Anspruch an „Schönes“ in den Farbtopf greifen oder Rhythmus und Klang auf ihr Inneres wirken lassen.  Kreative Therapien bringen Bewegung in eingefahrene Denk- und Gefühlsmuster.  So ist häufig ein neuer Blickwinkel möglich und die eigenen Bedürfnisse als Angehörige können in den Vordergrund treten. 

 

③ «Angehörige in die Behandlung einbeziehen»

Janis Brakowski, Dr. med. Oberarzt Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Sibylle Glauser, lic. phil. Angehörigenberaterin Universitäre Psychiatrische Dienste Bern

„Wir können Ihnen nichts sagen, wir haben Schweigepflicht!“ Diese Aussage bekommen Angehörige von psychisch erkrankten Menschen häufig zu hören, wenn sie sich mit Ihrer Sorge um das erkrankte Familienmitglied an die Behandler wenden. Wie der Einbezug von Angehörigen trotz Schweigepflicht auch in der Akutpsychiatrie möglich ist, zeigt dieser Workshop. 

 

④ «Gute Grenzen setzen»

André Böhning, Dr. theol. Katholischer Seelsorger Psychiatrie St.Gallen Nord

Sich abzugrenzen ist eminent wichtig, um sich zu schützen und nicht „vor die Hunde zu gehen“. Was in vielen Lebenssituationen gilt, beinhaltet auch eine Abgrenzung von einem psychisch-erkrankten Angehörigen, dessen Erkrankung ja sein persönliches Umfeld betrifft. Was man im Kopf schnell versteht und sinnvoll findet, ist im Alltag oft schwer. Dieser Workshop zielt darauf, dass jede und jeder für sich persönlich im Gespräch mit anderen Schritte zum Grenzen-ziehen entwickelt und mit anderen ins Gespräch bringt. Das kann dabei beginnen, dass alle zunächst verstehen, dass Grenzen setzen nicht zuerst bedeutet, hohe Mauern zum Angehörigen zu ziehen, sondern Nähe und Distanz gut zu regulieren. Es kann bedeuten, dass die Krankheit des Angehörigen zu sehr Kompass für das eigene Leben geworden ist und nicht umgekehrt. Angesichts unzähliger Möglichkeiten müssen die entwickelten Grenzen in der Weise gut sein, dass sie sowohl alltagstauglich als auch emotional tragbar sind.

 

⑤ «Was ich schon immer mal fragen wollte»

Elisabeth Krättli, Pflegefachfrau HF, Angehörigenberaterin St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd
Michael Kammer-Spohn, med. prakt. Leitender Arzt Allgemeinpsychiatrie St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd

"Die knappe Zeit, die vielen Fragen, ganz andere Themen als ich gedacht hatte!" Oft ist es auch bei einer umsichtigen Planung des Einbezugs von Angehörigen in die Behandlung so, dass viele Fragen unbeantwortet bleiben. Sei es, weil sich ein Gespräch in eine ganz andere Richtung entwickelt als gedacht, oder wichtige Themen einfach auf der Strecke blieben. In diesem Workshop erhalten Sie die Möglichkeit, Fragen zu Diagnosen, Behandlungsansätzen, rechtlichen Aspekten oder zum Umgang mit der erkrankten Person oder eigenen Belastungen zu stellen, welche bis anhin unbeantwortet blieben. Zwei erfahrene Fachleute stehen Red' und Antwort.

 

Referate

 

«Darüber reden hilft - Individuelle Angehörigenberatung als umfassende Hilfestellung für das gesamte Umfeld»

Edith Scherer, Pflegefachfrau HF Angehörigenberaterin Psychiatrie St.Gallen Nord

Wenn eine nahestehende Person psychisch erkrankt, bedeutet das für das Umfeld eine grosse Herausforderung. Eine individuelle Beratung hilft in einem solchen Moment, die Fragen, Sorgen und Belastungen der Angehörigen ernst zu nehmen und ihnen einen „Raum“ zu bieten, an dem sie ungestört und vertraulich über ihre Situation reden können. Das Referat gibt einen Einblick in diese Form von Hilfestellung und zeigt auf, welchen Nutzen „Darüber reden“ haben kann.

 

«Wenn man nicht mehr kann - Von emotionalen Zwickmühlen der notwendigen Abgrenzung»

 André Böhning, Dr. theol. Katholischer Seelsorger Psychiatrie St.Gallen Nord

Wenn ein naher Angehöriger erkrankt ist, setzen wir uns in der Regel gerne für ihn ein. Das gilt für körperliche wie psychische Erkrankungen gleichermassen. Doch dabei kann man in einen Teufelskreis geraten. Manchmal ist das Mitfühlen mit der erkrankten Person nämlich so stark, dass darin eine Art Gefühlsansteckung enthalten ist. Man ist in Mitleidenschaft gezogen. Das bedeutet nicht selten für sich selbst eine erhebliche emotionale und körperliche Belastung. Diese kann in der Begleitung eines erkrankten Angehörigen zur emotionalen Erschöpfung und eine Art Burnout führen. Das widerum mündet dann häufig in Schuldgefühlen gegenüber dem erkrankten Angehörigen, weil man doch eigentlich unterstützen will und müsste, aber nicht mehr kann… Ein ziemlich vertrackter Kreislauf, den man vorher durchbrechen kann. Wie? Durch Abgrenzungen! Das aber ist leichter gesagt als getan und ein neuer Kreislauf beginnt…

 

«Unerhörte Angehörige»

Thomas Lampert, Pflegefachmann HF Koordinator Prävention & Angehörigenarbeit St.Gallische Psychiatrie-Dienste Süd

Erkrankt ein wichtiger Mensch in meinem Umfeld, ist die Sorge um ihn gross. Zu Beginn einer Erkrankung wird man mit Phänomenen konfrontiert, welche oft völlig neu, unbekannt sind. Häufig stehen nebst der eigenen Not in dieser herausfordernden Situation altgediente Überlieferungen, Mythen, eine allgemeine Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und knappes Wissen, wie das System Psychiatrie funktioniert, im Vordergrund. Dies kann zu ungünstigen Entwicklungen führen, etwa Vorurteilen, Missverständnissen, Zurückhaltung bis hin zu Vorwürfen. Das Referat leuchtet Schnittstellen zwischen Behandlung und Angehörigen aus und informiert über Möglichkeiten und Grenzen zur Einbeziehung Angehöriger in die Behandlung.